Das Black Students Network, der AStA der Uni Hamburg und 9 Minuten rassistisches Gedankengut - ein kurzer Überblick

Im Laufe des letzten Semesters hat der AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) der Universität Hamburg anscheinend plötzlich das Gefühl gehabt, dass er und seine Aufgaben bei den Studierenden nicht bekannt genug seien. Es wurde also kurzerhand beschlossen einen Imagefilm über sich zu drehen. Dieser sollte dann stolz auf einer Filmpremiere präsentiert werden und in den kommenden Semestern Teil der Einführungswoche für alle Erstsemester-Studierenden werden - zu Informationszwecken.

Soweit ist nichts auszusetzen.

Als dann jedoch vor der Premiere erste Pressemitteilungen herauskamen, wurde man mit folgenem Eingangstext konfrontiert:

„Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“

Passend dazu wurden auch Bilder aus dem Film vorveröffentlicht, welche wütende Schwarze Frauen in Gewändern und mit Putzuntensilien zeigten, die den flüchtenden, weißen AStA-Mitarbeitern hinterher rennen. Außerdem wurden Stimmen laut, die davon sprachen, dass der 9 minütige Film Kosten in Höhe von 10.000€ verursacht hat, die aus den Semesterbeiträgen der Studierenden bezahlt wurden.

Wie kann man diesen (überteuerten) Film vor der Premiere mit so rassistischen und sexistischen Stereotypen bewerben?

Die studentische Vereinigung Black Students Network (BSN) sah sich zum Handeln gezwungen. Es wurden Flyer gedruckt und vor der Premiere am 03.02. im Abaton an die Gäste verteilt. Weitere kritische Organisationen meldeten sich ebenfalls mit guten Beiträgen zu Wort. Einige BSN-Mitglieder haben sich auch entschlossen den gesamten Film anzugucken (der Eintritt war frei), um sich einen besseren Eindruck machen zu können. Bevor der Film allerdings losging haben wir und andere studentische Organisationen die Bühne genutzt, um klarzustellen, dass wir das Handeln des AStA nicht hinnehmen werden, siehe Mitschnitt.

Der Film selber (hier der Mitschnitt) war eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht jedes/r Schwarzen Studierenden. Einleitende Bilder vom Hamburger Hafen und dem Kuppelgebäude der Uni (ehem. Kolonialinstitut), unterlegt mit Gospelmusik der Schwarzen Putzfrauen deuten auf Phantasien von white Supremacy und Kolonialromantik der Verantwortlichen hin. Die Schwarzen Frauen werden im Film u.a. als "folkloristische Urgewalten" bezeichnet.

Der Film ist in absolut unnachvollziehbarem Maße rassistisch!


Nach lautstarken Protesten der Zuschauer vor, während und nach dem Film war der Verantwortliche (Sonderbeauftragte für Kultur) Timo Hempel sich trotzdem keines Fehlers bewusst ("die Farbigen sind humoristisch überzeichnet worden") und hat alle Vorwürfe des Rasissmus als subjektive und zu empfindliche Meinung abgeblockt. Das BSN, sowie andere empörte Zuschauer haben mit ihrer Argumentation zwar Beifall des Publikums erhalten, sind aber bei den Verantwortlichen auf taube Ohren gestoßen. Diese Ignoranz wurde nochmals verdeutlicht, als die AStA eine Stellungnahme auf der eigenen Homepage veröffentlichte, bei der sie die Vorwürfe als haltlos darstellt.
Absolut unvorstellbar auch das Beharren des AStA darauf, diese 9 minütige Tortur weiterhin allen Erstsemester-Studierenden zeigen zu wollen - welches Bild von der Uni Hamburg soll den damit vermittelt werden?

Argumentationslosigkeit und Ignoranz auf ganzer Linie

Nach der Premiere hat sich der Widerstand, entgegen der Erwartungen des AStA, nicht in Luft aufgelöst. Das Black Students Network und andere Gruppen fingen an sich zu koordinieren und die nächsten Schritte zu planen. So verfasste das BSN einen öffentlichen Brief an den Verantwortlichen für Drehbuch und Regie, Monty Arnold - welcher bis heute unbeantwortet blieb. Außerdem sind auch Medien auf den Konflikt aufmerksam geworden. So berichteten neben dem Hamburger Abendblatt und der MOPO auch die TAZ über den Film.

Widerstand wurde und wird weiterhin geleistet!

Der AStA hat deutlich gemacht, dass er auf die Schwarzen Studierender schei** und kein Interesse hat den Konflikt zu lösen (kein einziges Schreiben der verschiedenen Organisationen an den AStA wurde beantwortet). BSN wird zu diesem Thema weiter Öffentlichkeitsarbeit betrieben, so wird beispielsweise am 20.02. ein Interview  auf dem freien Sender Anti(Ra)²dio zu hören sein. Desweiteren sind Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zum Fillm und zum Thema Rassismus an der Uni in Planung.


Fazit: Ein Studium schützt vor Rassismus nicht...

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Kommentare: 10
  • #1

    Viagra without prescription (Freitag, 01 Juli 2011 15:36)

    Passend dazu wurden auch Bilder aus dem Film vorveröffentlicht, welche wütende Schwarze Frauen in Gewändern und mit Putzuntensilien zeigten, die den flüchtenden, weißen AStA-Mitarbeitern hinterher rennen.

  • #2

    viagra (Freitag, 04 November 2011 16:25)

    Es wurde also kurzerhand beschlossen einen Imagefilm über sich zu drehen. Dieser sollte dann stolz auf einer Filmpremiere präsentiert werden und in den kommenden Semestern

  • #3

    Homer (Montag, 23 Juli 2012 07:30)

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  • #4

    buytadalafilonline (Mittwoch, 07 November 2012 08:21)

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  • #5

    Anna (Donnerstag, 02 Mai 2013 16:39)

    Moin moin liebes Black Students Network,
    wir möchten euch als Inis der Universität Hamburg gerne einladen am diesjährigen Campus Open Air teilzunehmen! ‚Wir‘ sind eine komplett neue Orga der aus dem jetzigen linken Asta heraus entstanden ist, weshalb wir ein völlig anderes Konzept fahren als in den letzten Jahren. Wir möchten Freiräume schaffen und ein Festival welches sich rassistischer und sexistischer Strukturen bewusst ist und versucht diese zu verhindern/aufzudecken. Thematisch bewegen wir uns im Thema Raumaneignung, Recht auf Stadt und Zugänge zu Orten der Gesellschaft (im Anhang unser Kurzkonzept). Vielleicht habt ihr ja Lust und Zeit etwas zu dieser Thematik oder auch einer anderen frei gewählten Thematik beizutragen? Ob einen Workshop, Kunst, Diskussion oder Ausstellung, wir begrüßen alle Beiträge die in einem politischen oder sozialen Kontext stehen (oder einfach nur Spaß machen). Vielleicht kennt ihr ja auch Leute, die Lust darauf hätten, oder Initiativen, die sich gerne präsentieren möchten. Hier soll der Ort dazu sein! Wir möchten euch sehr gerne dabei haben!

    am 13. und 14.6. findet hier in Hamburg auf dem Uni Gelände das Campus Open Air jeweils von 16-23h statt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen das Festival immer mehr zu einem kommerzialisierten (Trink)Event verkümmert ist, möchten wir dieses Jahr wieder die unabhängigen und engagierten Leute mit ihren Projekten in den Vordergrund stellen. Auf dem Festival wird es nicht nur gute Musik, Getränke, leckeres Essen und Stände von Initiativen und FSRen geben, sondern wir möchten auch (Uni-) Gruppen die Möglichkeit bieten ihre Arbeit zu präsentieren. Wir freuen uns über Theater, Kleinkunst, Texte, Streetart, Akrobatik, Tanz, Performance, Lichtinstallationen und alles was das Leben sonst noch so zu bieten hat! Deshalb möchten wir Euch anfragen, ob ihr Euch vorstellen könntet etwas von Eurer Arbeit auf dem Campus Open Air zu präsentieren? Es wird Workshops und andere Programmpunkte vor allem in den Räumen der HWP und im WiWi-Bunker geben. Falls ihr Interesse habt, einen Workshop anzubieten, um vielleicht weitere Mitstreiter_innen für eure Gruppe zu aquirieren, falls ihr mit einem Stand „Werbung“ für euch machen wollt oder – am Besten – falls ihr ein Stück oder Teile Eurer Arbeit präsentieren wollt, seid ihr herzlich eingeladen dies zu tun. Das Festival soll eine Plattform für Kleinkunst, Initiativen und aktive Menschen bieten, deshalb überlegt euch gerne, wie ihr das Festival für euch nutzbar machen könnt. Wir freuen uns über jeden Beitrag, solange er nicht der persönlichen Bereicherung dient! Wenn ihr Räume, Stühle, Strom etc. für Eure Aufführung oder für was auch immer braucht, meldet euch bitte frühzeitig bei mir, da ich die Raumplanung etc. mache. Wenn ihr kein Interesse habt, gebt mir bitte ebenfalls eine Rückmeldung. Falls ihr andere Gruppen oder Inis kennt, für die das Festival interessant sein könnte, leitet diese mail und meine e-mail-Adresse gerne weiter! Wir freuen uns auf Euch!
    Für Essenstände und Inis:

    Die Bedingungen sind so: Ihr könnt an eurem Stand verkaufen was ihr wollt, solange es nicht eurer privaten/persönlichen Bereicherung dient (wir gehen davon aus, dass die Einnahmen der Gruppen in ihre Projekte fließen, wie auch immer die aussehen mögen), auch Getränke oder anderes. Das Bier-Monopol haben allerdings wir, da das das einzige ist, womit wir das Festival finanzieren. Eure Einnahmen gehen an Euch, die wird natürlich niemand kontrollieren, wir würden jedoch darum bitten, dass ihr 10% eurer Einkünfte an uns gebt und/oder uns mind 2 Leute organisiert, die freiwillig 1-2 Schichten beim Festival übernehmen. Die Sache ist, dass alle die Bier-Schichten und Ordner_innen übernehmen, dies ehrenamtlich tun werden, deshalb wäre es toll, wenn ihr ebenfalls einen kleinen Beitrag leisten würdet. Sagt mir gerne rechtzeitig Bescheid, wenn ihr Leute habt, die Schichten machen können, damit wir euch einplanen können.

    Liebste Grüße! Anna

    Anna Hennecke
    Orga-Team Cam,pus Open Air
    anna.hennecke@asta-uhh.de
    0157 81 90 14 50

  • #6

    Anna (Donnerstag, 02 Mai 2013 16:40)

    SORRY!!! Ich dachte das wär euer e-mail-Kontakt-Formular!! Tut mir leid!

  • #7

    wróżka (Montag, 28 November 2016 20:22)

    faeton

  • #8

    Seks rozmowy (Dienstag, 29 November 2016 15:35)

    Wiktorowski

  • #9

    seks telefon (Dienstag, 29 November 2016)

    skorygowawszy

  • #10

    rytuał miłosny (Mittwoch, 14 Dezember 2016 02:11)

    nineties