BSN Blog

Mi

16

Feb

2011

Das Black Students Network, der AStA der Uni Hamburg und 9 Minuten rassistisches Gedankengut - ein kurzer Überblick

Im Laufe des letzten Semesters hat der AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) der Universität Hamburg anscheinend plötzlich das Gefühl gehabt, dass er und seine Aufgaben bei den Studierenden nicht bekannt genug seien. Es wurde also kurzerhand beschlossen einen Imagefilm über sich zu drehen. Dieser sollte dann stolz auf einer Filmpremiere präsentiert werden und in den kommenden Semestern Teil der Einführungswoche für alle Erstsemester-Studierenden werden - zu Informationszwecken.

Soweit ist nichts auszusetzen.

Als dann jedoch vor der Premiere erste Pressemitteilungen herauskamen, wurde man mit folgenem Eingangstext konfrontiert:

„Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“

Passend dazu wurden auch Bilder aus dem Film vorveröffentlicht, welche wütende Schwarze Frauen in Gewändern und mit Putzuntensilien zeigten, die den flüchtenden, weißen AStA-Mitarbeitern hinterher rennen. Außerdem wurden Stimmen laut, die davon sprachen, dass der 9 minütige Film Kosten in Höhe von 10.000€ verursacht hat, die aus den Semesterbeiträgen der Studierenden bezahlt wurden.

Wie kann man diesen (überteuerten) Film vor der Premiere mit so rassistischen und sexistischen Stereotypen bewerben?

Die studentische Vereinigung Black Students Network (BSN) sah sich zum Handeln gezwungen. Es wurden Flyer gedruckt und vor der Premiere am 03.02. im Abaton an die Gäste verteilt. Weitere kritische Organisationen meldeten sich ebenfalls mit guten Beiträgen zu Wort. Einige BSN-Mitglieder haben sich auch entschlossen den gesamten Film anzugucken (der Eintritt war frei), um sich einen besseren Eindruck machen zu können. Bevor der Film allerdings losging haben wir und andere studentische Organisationen die Bühne genutzt, um klarzustellen, dass wir das Handeln des AStA nicht hinnehmen werden, siehe Mitschnitt.

Der Film selber (hier der Mitschnitt) war eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht jedes/r Schwarzen Studierenden. Einleitende Bilder vom Hamburger Hafen und dem Kuppelgebäude der Uni (ehem. Kolonialinstitut), unterlegt mit Gospelmusik der Schwarzen Putzfrauen deuten auf Phantasien von white Supremacy und Kolonialromantik der Verantwortlichen hin. Die Schwarzen Frauen werden im Film u.a. als "folkloristische Urgewalten" bezeichnet.

Der Film ist in absolut unnachvollziehbarem Maße rassistisch!


Nach lautstarken Protesten der Zuschauer vor, während und nach dem Film war der Verantwortliche (Sonderbeauftragte für Kultur) Timo Hempel sich trotzdem keines Fehlers bewusst ("die Farbigen sind humoristisch überzeichnet worden") und hat alle Vorwürfe des Rasissmus als subjektive und zu empfindliche Meinung abgeblockt. Das BSN, sowie andere empörte Zuschauer haben mit ihrer Argumentation zwar Beifall des Publikums erhalten, sind aber bei den Verantwortlichen auf taube Ohren gestoßen. Diese Ignoranz wurde nochmals verdeutlicht, als die AStA eine Stellungnahme auf der eigenen Homepage veröffentlichte, bei der sie die Vorwürfe als haltlos darstellt.
Absolut unvorstellbar auch das Beharren des AStA darauf, diese 9 minütige Tortur weiterhin allen Erstsemester-Studierenden zeigen zu wollen - welches Bild von der Uni Hamburg soll den damit vermittelt werden?

Argumentationslosigkeit und Ignoranz auf ganzer Linie

Nach der Premiere hat sich der Widerstand, entgegen der Erwartungen des AStA, nicht in Luft aufgelöst. Das Black Students Network und andere Gruppen fingen an sich zu koordinieren und die nächsten Schritte zu planen. So verfasste das BSN einen öffentlichen Brief an den Verantwortlichen für Drehbuch und Regie, Monty Arnold - welcher bis heute unbeantwortet blieb. Außerdem sind auch Medien auf den Konflikt aufmerksam geworden. So berichteten neben dem Hamburger Abendblatt und der MOPO auch die TAZ über den Film.

Widerstand wurde und wird weiterhin geleistet!

Der AStA hat deutlich gemacht, dass er auf die Schwarzen Studierender schei** und kein Interesse hat den Konflikt zu lösen (kein einziges Schreiben der verschiedenen Organisationen an den AStA wurde beantwortet). BSN wird zu diesem Thema weiter Öffentlichkeitsarbeit betrieben, so wird beispielsweise am 20.02. ein Interview  auf dem freien Sender Anti(Ra)²dio zu hören sein. Desweiteren sind Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zum Fillm und zum Thema Rassismus an der Uni in Planung.


Fazit: Ein Studium schützt vor Rassismus nicht...

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Di

15

Feb

2011

BSN veröffentlicht Schreiben an Monty Arnold, verantwortlich für Regie und Drehbuch des Films "Inside AStA"

 

Guten Tag Herr Arnold,

sicher haben Sie mitbekommen, dass ihr Kurzfilm "Inside AStA" (um es milde zu formulieren) Kontroversen ausgelöst hat. Wir, das Black Students Network, sowie viele andere studentische und außerstudentische Organisationen* haben den Film bereits vor der Premiere scharf kritisiert. Der Eingangstext und die vorveröffentlichten Bilder ließen bereits vermuten, dass der Film mit einer unverantwortlichen Reproduktion von rassistischen und sexistischen Stereotypen arbeitet. Als wir dann bei der Premiere am 03.02. die Chance hatten uns das Gesamtwerk anzusehen, wurden unsere Befürchtungen leider nicht nur bestätigt, sondern um ein vielfaches übertroffen! Die gesamten 9 Minuten sind gefüllt von plumpem Rassismen und anderen Formen der Diskriminierung. Als wir den AStA (in Person von Timo Hempel und anderen Mitverantwortlichen) nach der Premiere zur Rede stellen wollten, stieß unsere Kritik auf Ignoranz und argumentationslose Ablehnung.

Nun möchten wir Sie, als Verantwortlicher für Drehbuch und Regie, auffordern zu der geäußerten Kritik Stellung zu beziehen und den Film zu erklären. Darüber hinaus, möchten wir Sie einladen an einer Diskussionsrunde teilzunehmen, in der beide Seiten Raum finden sollen, Ihre Meinungen und Argumentationen darzulegen. Über Ort und Zeit wird bei Bereitschaft ihrerseits entschieden. Wir freuen uns auf schnelle Rückmeldung!

Mit freundlichen Grüßen,

Black Students Network

 

*UnterstützerInnen: AG Queer Studies HH, Fachschaftsbündnis (FSB), GEW Studis, uvm.


PS: Dieser Schriftwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

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Fr

04

Feb

2011

BSN wehrt sich gegen rassistischen Film "Inside AStA"

Bereits vor Ausstrahlung des Imagefilms des AStA der Universität Hamburg sorgte folgender Eingangstext einer Pressemitteilung für viel Wirbel:

 

„Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“

 

Dazu passende, mit Rassismen übersähte Bilder wurden ebenfalls geliefert und ließen nun keinen Zweifel an einer schrecklichen Reproduktion rassistischer Stereotype auf Kosten (ja, unsere Semesterbeiträge haben dafür hergehalten - man spricht von einer Summe von 10.000€) Schwarzer Studierenden.

 

BSN sah sich nun, trotz des sehr kurzfristigen Bekanntwerdens des Problems, in der Verantwortung zu handeln. Eine kleine Gruppe von Mitgliedern stellte in kürzester Zeit einen Flyer zusammen (http://www.file-upload.net/download-3188991/Schreiben-ASTA.pdf.html), welcher vor der "Filmpremiere" im Abaton an Unterstützer und auch an den AStA verteilt wurde. Kurz vor Beginn der Vorführung, nahmen wir uns dann den Raum unseren Missfallen zu diesem Film zu äußern und taten dies vor einem vollen Kinosaal und dem erfolglosen Bemühen durch den AStA dies zu verhindern. Unsere Worte stießen dabei weitgehend auf Beifall und Zustimmung.

 

"Die gestrige Premiere im Abaton wurde so zu einer Verhöhnung der Studierenden, die diese dann auch überwiegend mit Buh-Rufen aufnahmen. Die Gruppe „Black Students Network“ und andere Hochschulgruppen ließen sich vor und nach dem Film den Mund nicht verbieten und sagten klar ihre Meinung zu dem Film."

(http://dielinkesdsunihamburg.blogspot.com/2011/02/teuer-rassistisch-und-schlecht-der-asta.html)

 

Was vor, während und nach dem Film genau geschah, kann dank Videodokumentation hier nochmal gesehen werden:

 

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=7IdDQy5LyvI



http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=VWiUdUz14Dk

 


http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=SJKYkWNsg7Y

 

 

Soweit erst einmal ein Dank an alle anwesenden und nicht-anwesenden Unterstützer von BSN und anderer Studierendengruppen!

Hier ein Mitschnitt zur BSN Beteiligung vorm Film (ab 3:15 Min...trotzdem ganz gucken):

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=7IdDQy5LyvI

Und hier der Film (nur für starke Nerven):

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=VWiUdUz14Dk

Und die anschließende Diskussion:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=SJKYkWNsg7Y

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So

21

Mär

2010

BSN geht online!

Im Rahmen der Strukturierung und den ersten Aktivitäten der Hamburger Vereinigung darf im Jahre 2010 eine Homepage natürlich nicht fehlen!

Sie ist zur Zeit zwar nur eine große Baustelle, aber wir arbeiten dran.

 

Peace,

Ralph

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